Das Interview als Wissenschaftliche Methode: Die Qualitative Sozialforschung und Ethnologie

1.1. Das Interview in der Ethnologie:

Das Interview spielt in der Ethnologie eine tragende Rolle und wird im Rahmen von ethnographischen Feldstudien zur Datenerhebung durchgeführt. [Beer/Fischer: 87] Das Forschungsinteresse zielt auf den Sinn des Verstehens und Nachvollziehens fremder Kulturen sowie deren Handlungspraxen. Mit Hilfe der Feldforschung, deren wichtigste Bestandteile die teilnehmende Beobachtung sowie das Interview sind, sollen diese fremden Bereiche erschlossen werden.
Das Interview in der Ethnologie nimmt die Rolle eines wissenschaftlichen Gespräches ein, mit dem man als Augen- und Ohrenzeuge Erkenntnisse, Verständnis und Zugang zu der Kultur des zu untersuchenden Volkes gewinnen möchte. Ziel ist es nicht nur die Umwelt des Interviewten zu beschreiben, sondern auch Erkenntnisse über die dahinter stehenden Zusammenhänge zu gewinnen. Es ist dabei wichtig, dass die Distanz zu dem Probanden aufrecht erhalten wird, da man diesen nur auf diese Weise so realitätsnah wie möglich beschreiben und analysieren kann.
Das Interview unterliegt keinen bestimmten Regeln. Das Ziel ist es immer möglichst viele Informationen in Form von Aussagen und Emotionen über das Gegenüber zu erlangen.
Der erste Schritt auf dem Feld ist das Beobachten, erst danach sollte passiv und später aktiv an den alltäglichen Unterhaltungen teilgenommen werden. Sind diese drei Stufen erfolgreich abgeschlossen, ist die Voraussetzung geschaffen um als Leiter eines Interviews fungieren zu können. Allerdings gestaltet sich das Führen eines Interviews im Feld erheblich schwerer als ein vereinbartes Interview, bei welchen Zeit und Ort im Voraus festgelegt wurden. Im Feld muss es dem Interviewer gelingen aus dem sich ergebenden Gespräch heraus ein Interview zu kreieren, bei dem der Interviewte wichtige Erfahrungen preis gibt, welche Gegenstand der Forschung sind. [Flick 2006: 220] Auch das Interview hat seine eigenen Grenzen, nicht alles Erfahrbare ist zu beschreiben oder zu erklären. Es gibt Rituale, die man ohne an ihnen tatsächlich als Augenzeuge teilgenommen zu haben nicht umfassend beschreiben kann. So muss beachtet werden, dass manche Vorgänge auch unter dem Einfluss berauschender Mittel abgehalten werden, die ohne aktive Teilnahme nicht beschreib- und erklärbar sind. [Beer/Fischer: 88]
Die Ergebnisse eines Interviews, Transkriptionen und Beobachtungen, sind Grundstock der Arbeit in der Ethnologie. Diese Resultate müssen anschließend analysiert, kontextualisiert, verglichen und interpretiert werden. Das Problem der Verschriftlichung von Interviews liegt jedoch darin, dass man den Quellenwert und die Einzigartigkeit der zugrunde liegenden Erzählungen stets betonen muss, da diese schließlich der Gewinnung eigener, neuer Einsichten dienen. Die anfänglichen Aussagen der Protagonisten im Interview werden im Prozess der Verwissenschaftlichung von ihrem ursprünglichen Aussagepunkt entfremdet. [Ballhaus: 11] 
Besonders wichtig ist die Transkription, unter der man die Verschriftlichung von Gesprächen versteht, bei welcher vor allem die Phänomene der Mündlichkeit in systematischer Art und Weise beachtet werden. Hier unterscheidet es sich grundlegend von dem einfachen journalistischen Interview, bei welchem es nur zu einer einfachen Niederschrift kommt. Die Transkription in ausgeweiteter Form findet auch Verwendung in der Videographie bei der Analyse qualitativer Daten, mit der man visuell aufgezeichnete Situationen analysieren will.
   


1.2. Formen des Interviews in der Ethnologie:
Es gibt eine immense Vielfalt an Methoden und Herangehensweisen um ein soziales Phänomen in sich zu verstehen. Das wichtigste Instrument hierfür ist das Interview. Die Auswahl der Interviewform sollte stets am Forschungsinteresse orientiert sein.
Unter dem Interview als Forschungsinstrument in der Ethnologie versteht man ein planmäßiges Vorgehen mit wissenschaftlicher Zielsetzung, bei der man den Protagonisten mit gezielten Fragen verbale Informationen entlocken will.


1.2.1. Narratives Interview
Diese Form des Interviews weist den höchsten Grad der Hörerorientierung und den niedrigsten Grad an Fremdstrukturierung auf. Das narrative Interview findet oft Verwendung im Zusammenhang mit biographischen Fragestellungen. Die Eingangsfrage ist in der Regel immer eine Erzählaufforderung.
Die klassische Form dieses Interviews wurde von Fritz Schütze in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt. [Flick 2000: 116]


1.2.2. Das ethnographische Interview:
Es wird im Rahmen von ethnographischen und ethnomethodologischen Feldstudien durchgeführt. Das Forschungsinteresse liegt hier auf dem Nachvollzug fremder Kulturen und kultureller Handlungspraxen. (Becker und Geer 1979 und Spradley 1980) [Flick 2000: 111f]

1.2.3. Biographisches Interview
Im biographischen Interview wird ein Zugang zur Erschließung von Lebensgeschichten gesucht. [Flick 2000: 129f]


1.2.4. Das episodische Interview
Dieser Interviewtyp verknüpft eine Erzählgenerierung mit einer Fragesammlung im Leitfaden. Es sollen mehrere Situationen als Episode erzählt werden. [Flick 2000: 124-129]


1.2.5. Das Leitfadeninterview
Der Begriff des Leitfadeninterviews beschreibt eine Art und Weise der Interviewführung. Bei dieser Form kann der Befragte oder der Interviewer  den Gesprächsgegenstand lenken und entscheidet welches Thema/Aspekt wann und wie intensiv behandelt wird. Das fokussierte Interview, das problemzentrierte Interview und das Experteninterview sind Leitfaden gestützte Interviewarten. 


1.2.6. Fokussiertes Interview
Diese Form des Interviews wurde in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts im Zusammenhang mit Kommunikations- und Medienforschung und Propaganda-Analyse erstellt. Gegenstand dieses Interviews ist ein im Voraus bestimmter Erzählgegenstand (Film, Artikel) den die Befragten gesehen haben oder eine Situation an der sie beteiligt waren. ( Robert Merton und Patricia Kendall)
[Flick 2000: 94]

 
1.2.7. Experteninterview
Die Zielgruppe dieses Interviews sind „Experten“, deren Handlungs- und Sichtweisen eine bestimmte Gruppe vertreten. Wichtig ist, dass der Interviewer sich sehr gut mit dem zu behandelnden Thema auskennen muss. [Flick 2000: 109f]


1.2.8. Problemzentriertes Interview
Diese Form des Interviews wurde 1985 von Andreas Witzel entwickelt. Ziel ist die Thematisierung biographischer Daten für bestimmte Probleme anhand eines Leitfadens mit der man möglichst unvoreingenommen individuelle Handlungen, subjektiver Handlungen und Verarbeitungsweise gesellschaftlicher Realität erschließen will. [Flick 2000: 105]



2.1. Der Ethnographische Film

Der ethnographische Film ist zum Medium der Ergebnisdarstellung geworden. Er verbindet zwei eigenständige Wörter und Ansprüche, die Ethnographie als wissenschaftlichen Forschungsansatz und den Film als Kunstrichtung.
Schon 1930 gab es die Verwendung des Films zur Aufnahme von Daten bei denen die Ethnologen Margaret Mead und Gregrory Bateson für ihre Studie zum „balinesischen Charakter“ viel Foto- und Filmmaterial sammelten. [Miko, Sardavar:1ff]


2.2. Der ethnographischen Film früher und heute:

Der ethnographische Film zeigt ein Volk. Ziel des Filmes ist es andere Kulturen darzustellen und zu beschreiben, um auf diese Weise deren Lebensbedingungen, Normen und Werte zu erfahren. Somit wird ein ethnologisches Wissen vermittelt. Der Film wird demnach Teil und Methode der Ethnographie und ist Mittel der Feldforschung geworden, da man mit ihm den Menschen als Teil soziokultureller, sozioökonomischer und auch ökologischer Umwelt darstellen kann. 
Bis zu den 1960er Jahren war es technisch sehr kompliziert einen dokumentarischen O-Ton (Originalton) aufzuzeichnen.  Aber gerade die Aufnahme von Gesprächen unter Akteuren war für den Film von einer grundlegenden Bedeutung. Die Autorität des Filmemachers war ungebrochen. Den Bildern wurde seine Stimme unterlegt, so dass man den Eindruck eines allwissenden Erzählers vermittelt bekam. Er entschied, welche Bilder gezeigt werden und bestimmte über die Interpretation seiner Beobachtung. [Wulff: 487] Der Zuschauer sollte sich voll und ganz auf das Gespräch in Grossaufnahme fokussieren und die körperliche Ausdruckstätigkeit der Akteure auszublenden. Die ganze Situation wurde auf das Gespräch minimiert. Dieser Vorgang stellte bereits einen Eingriff dar, weil die weiteren Geschehnisse ausgeblendet wurden.
Heute hingegen ist der filmende Feldforscher entlastet und kann sich voll und ganz auf das Gespräch konzentrieren. Der Aufnahmeleiter muss sich selbst zurücknehmen und allein die Aufnahme des Geschehens darstellen wollen. Neben dem Gespräch und damit dem Wort werden auch die nichtverbalen Anteile des Interviews, der situative Kontext, andere Personen die evt. das Gespräch begleiten und Störungen mit gezeigt. Auf diese Weise können mehr Informationen aus einem Film entnommen werden, da man einen eigenständigen Blickwinkel auf die Geschehnisse hat. Bilder haben eine andere Qualität als Worte, sie zeigen eine Situation die ohne Veränderungen/Interpretationen dieselbe bleibt. Eine Originalaufnahme bleibt authentisch sowie unverwechselbar und unterliegt nicht wie übersetzte Worte den Veränderungen des Zeitgeistes. [Wulff: 487]
Die Aufgaben des ethnographischen Films beinhaltet die Dokumentation von Ereignissen, die Diskussion von wissenschaftlichen Fragestellungen, die Präsentation von Zusammenhängen und die Förderung der interkulturellen Kommunikation. [Miko/ Sardavar: 5]


2.3.Das Interview im ethnographischen Film:

Im ethnographischen Film stellt sich am Anfang immer die Frage ob man den Bildern einen Kommentar unterlegt oder ob man Interviews verwendet. Der Kommentar ist eine einfache und nahe liegende Lösung. Er baut allerdings eine gewisse Distanz zum Betrachter auf. Der Kommentar ist immer als Äußerung des Filmemachers zu identifizieren. Das Interview hingegen findet einen weit aus besseren Zugang zum Betrachter, da es ist glaubwürdiger, direkter und gehaltvoller ist. [Engelbrecht/Krüger: 69] Allerdings gestaltet sich das Interview im ethnographischen Film weitaus arbeitsintensiver, da man sich im Voraus im Klaren sein muss wann, wie und wo das Interview abgehalten werden soll. Es wird zwischen drei Drehsituationen unterschieden, der arrangierten Szene, der aus der Aktion heraus gedrehten Szene und der traditionellen Erzählsituation. [Engelbrecht/Krüger: 71ff]
Das Interview in der Ethnologie ist besonders gut geeignet, um die Sichtweisen der Bevölkerung in den Film zu integrieren und auch für den Betrachter verständlich zu machen. Das Interview besteht aus zwei Akteuren, dem Interviewer und dem Interviewten (den Interviewten). Der Interviewte hat hierbei die Möglichkeit mit seinen getroffenen Aussagen den Film in eine bestimmte Richtung zu lenken. Der Interviewer hingegen hat mittels der gestellten Fragen Einflussmöglichkeiten auf den Inhalt des Films.
Besonders deutlich wird dies in dem Film „Foutura- Eine Lobi - Töpferin erzählt“. In diesem Film ist der Interviewer ein Einheimischer, Binaté Kambou, der seine eigenen Vorstellungen hat wie die Töpferei der Lobi im Film wiedergegeben werden soll. Er will dabei besonders die Punkte in den Vordergrund stellen, welche für das Interesse der westlichen Bevölkerung interessant sind. Für diese Vorgehensweise hat er mit einem Ethnologen ein Interview-Konzept erarbeitet mit welchem er eine tiefe Einsicht in die sozioökonomische Struktur sowie in die Religion gewährleisten will. [Engelbrecht: 157]
Das Interviewte im Film hat ein großes Interesse daran seine Kultur und auch die mit ihr verbundenen Probleme an einen dritten weiterzugeben, seine Antworten und Erzählungen zielen demnach nicht nur darauf ab den Wissensdurst des Ethnologen zu befriedigen, sondern auch einer dritten Person einen Einblick zu geben. Gerade hier werden dem Ethnologen Einsichten und Erkenntnisse ermöglicht an die er gar nicht gedacht hatte oder die ihm nicht einmal bekannt waren.

Der Kommunikationsprozess hat demnach zwei Seiten:
- Kommunikation als eine Repräsentation von Realität
- Kommunikation als Teil der Realität

Zu beachten ist auch, dass sich nicht alle Gesellschaften/Menschen für Interviews oder der Dokumentation von Gesprächssituationen gleich gut eigenen, was auch auf kulturelle Eigenheiten zurückzuführen ist. Genau hier greift die Eigenschaft des Films, der auch die nonverbalen Kommunikationsprozesse erfasst und aufzeichnet. Gerade diese Daten helfen dabei die kulturellen Werte zu vermitteln. [Engelbrecht: 157f]

Probleme des ethnographischen Filmes:
- die Forschung bestreitet seine Wissenschaftlichkeit
- die Filmwelt spricht ihm die wissenschaftliche Qualität ab

Als Beispiel hierfür fungiert „The Ax Fight“ von Asch. Der Film gibt einen Kampf unter Yanomami - Indianern wieder. Dem Zuschauer werden dabei zwei Versionen des Kampfes wiedergegeben.
Die erste Version zeigt den Kampf im Originalton, bei dem sich der Zuschauer in einem unverständlichen Kampfgetümmel wieder findet. Er ist nicht in der Lage nachzuvollziehen was im Grunde geschieht.
In der zweiten Version werden die gleichen Bilder wiedergegeben, allerdings werden hierbei Erklärungen zu dem Geschehen abgegeben. Der Zuschauer ist nun in der Lage die Geschehnisse nachvollziehen zu können. Das Manko allerdings ist, dass die dramatische Spannung zum Großteil verloren geht. [Keifenheim: 47]


2.4. Die qualitative Forschung in der Ethnologie

Für die Untersuchung sozialer Zusammenhänge hat besonders die qualitative Forschung an Aktualität gewonnen, da die Pluralisierung der Lebenswelten in den heutigen Gesellschaften eine neue Sensibilität für empirisch untersuchte Gegenstände erforderlich macht. Die qualitative Forschung geht von einem anderen Verständnis von Forschung aus, da sie ein spezifisches  Verständnis des Verhältnisses von Gegenstand und Methode beinhaltet. Besonders aktuell ist sie im Bereich der Untersuchung sozialer Zusammenhänge. [Flick 2000: 9] Es geht um das Beschreiben, Interpretieren und Nachvollziehen von Zusammenhängen, die Aufstellung von Klassifikationen/Typologien sowie die Generierung von Hypothesen. Hypothesen und theoretische Einschätzungen entstehen beim qualitativen Ansatz erst während des Forschungsprozesses. Besonders klar wird diese Vorstellung im Ansatz der „gegenstandsbegründeten Theoriebildung“, die von Glaser und Strauss (1967) entwickelt wurde. Der Forschungsprozess in der qualitativen Forschung ist von Flexibilität geprägt, die notwendig ist um die beforschten Phänomene zu erfassen, begreifen und verstehen zu können. [Flick 2000: 56]

Phasen der qualitativen Forschung
[Flick 2000: 20]

in Deutschland:
- frühe Stadien( Ende des 19., Anfang des 20.Jh.)
- Phase des Imports (frühe 70er Jahre)
- Beginn der eigenständigen Diskussion (späte 70er Jahre)
- Entwicklung eigener Methoden (70er und 80er Jahre)
- Konsolidierung und Verfahrensfragen (späte 80er und 90er Jahre)

in den USA:
- traditionelle Forschung (1900-1945)
- modernistische Phase (1945 bis 70er Jahre)
- verwischte Genres (bis Mitte der 80er Jahre)
- Krise der Repräsentation (ab Mitte der 80er Jahre)
- der fünfte Moment (90er jahre)
 
Kennzeichen der qualitativen Forschung sind:
[Flick 2006: 30]

1. Gegenstandsangemessenheit von Methoden und Theorien.
Der zu untersuchende Gegenstand ist Bezugspunkt für die Auswahl von Methoden und nicht umgekehrt. Gegenstände werden in ihrer Komplexität und Ganzheit in ihrem alltäglichen Kontext untersucht.

2. Berücksichtigung und Analyse unterschiedlicher Perspektiven

3. Reflexivität des Forschers und der Forschung:
Die Reflexion des Forschers über Handlungen und Beobachtungen im Feld, seine Eindrücke, Irritationen, Einflüsse, Gefühle werden zu Daten die in die Interpretation einfließen und dokumentiert werden.

4. Spektrum der Ansätze und Methoden qualitativer Forschung


3. Die ersten Interviews in der Ethnologie:

Franz Boas bestritt ab dem 2.Mai 1884 seine zweite Expeditionsphase zu den Inuit, in welcher er deren sozialen Strukturen, Sprache und geographisches Wissen dokumentierte.
Leo Frobenius unternahm seine erste Forschungsreise 1904 in das Kasai-Gebiet im Kongo bei der er Fragebögen verwendete. Er wollte möglichst viele Völker des mittleren Kuili kennen lernen.
Die teilnehmende Beobachtung wurde von Bronislaw Malinowski, der von 1915 bis 1918 bei den Trobriand lebte und seine methodischen Überlegungen im Buch Argonauts of the Western Pacific niederschrieb, etabliert. [Beer, Fischer: 75f]
Margaret Mead wurde von Franz Boas 1925 im Alter von 23 Jahren nach Samoa geschickt, um zu untersuchen wie samoische Mädchen ihre Pubertät verbringen. Hier kam es wohl zu ihrem ersten Interview, indem sie erst beobachtete und dann eine kleine Gruppe von Mädchen über ihre Erfahrungen in der  Pubertät befragte. Bei ihrer Arbeit verzichtete sie auf Kontrollen, da sie nur Daten sammelte, die ihre, bzw. Boas Hypothese bestätigten.
Im Nachhinein stellte sich die Befragung als Ente dar, da sich die Mädchen einen Spaß mit ihr erlaubt hatten und ihr das erzählte was sie hören wollte.  [Shankman: S.555-567]
Lewis Henry Morgan (1860) führte Interviews bei Indianern, wie den Irokesen und Sioux durch. Er wollte Informationen über ihr „kinship system“  in Erfahrung bringen. Dafür verschickte er weltweit Fragebögen an Kolonialbeamte und Missionare. Mit deren Hilfe wollte er Rückschlüsse auf die Verwandtschaftssysteme schließen. Dies war die Grundlage für sein Werk „System of Consanguinity and Affinity of the Human Family“

 

 

Literaturliste

Barbara Keifenheim. Auf der Suche nach dem ethnologischen Film…. Versuch einer Standortbestimmung. in: Der Ethnographische Film. Einführung in Methode und Praxis. hrsg. v. Edmund Ballhaus, Beate Engelbrecht  Berlin, 1995, S.47-59.

 


Beate Engelbrecht, Manfred Krüger. Auf der Suche nach der idealen Form: Interviews in fremden Kulturen, in: Interview und Film. Volkskundliche und Ethnologische Ansätze zu Methodik und Analyse. hrsg. v. Joachim Wossidlo, Ulrich Roters, (Münsteraner Schriften zur Volkskunde / Europäischen Ethnologie, Bd. 9) Münster [u.a.] 2003, S.69-93.

 

Beate Engelbrecht. Film als Methode der Ethnologie. in: Der Ethnographische Film. Einführung in Methode und Praxis. hrsg. v. Edmund Ballhaus, Beate Engelbrecht  Berlin, 1995, S.143-179.

Beer, Bettina (hrsg.) (2003): Methoden und Techniken der Feldforschung. Berlin: Reimer.

Edmund Ballhaus. Rede und Antwort. Antwort und Rede?. Interviewformen im kulturwissenschaftlichen Film, in: Interview und Film. Volkskundliche und Ethnologische Ansätze zu Methodik und Analyse. hrsg. v. Joachim Wossidlo, Ulrich Roters, (Münsteraner Schriften zur Volkskunde / Europäischen Ethnologie, Bd. 9) Münster [u.a.] 2003, S.11-46.



Flick, Uwe (2000): Qualitative Forschung. Theorie, Methoden, Anwendungen in Psychologie und Sozialwissenschaften. Reinbeck: Rowohlt.

Flick, Uwe (2006): Qualitative Sozialforschung: eine Einführung. Reinbeck: Rowohlt.

 

Hans J. Wulff
Rez. zu: Joachim Wossidlo, Ulrich Roters (Hg.): Interview und Film. Volkskundliche und Ethnologische Ansätze zu Methodik und Analyse. Münster, New York, München, Berlin: Waxmann Verlag 2003, S. 212. (Münsteraner Schriften zur Volkskunde/Europäische Ethnologie.9.). In: Medienwissenschaften: Rezension 21,4,2004, S. 487-488.


Miko, Katharina, Sardavar, Karin (2007): Der ethnographische Film in der Soziologie: Möglichkeiten und Grenzen.

Paul Shankman: The History of Samoan Sexual Conduct and the Mead-Freeman Controversy. in: American Anthropologist, New Series, Vol.98, no.3 ( Sep.,1996), 555-567. Internetquelle: URL: http:// www.unl.edu/rhames/courses/current/shankman-mead-freeman.pdf)

 

Wossidlo, Joachim (hrsg.) 2003: Interview und Film : volkskundliche und ethnologische Ansätze zu Methodik und Analyse. Münster (u.a.): Waxmann.

 

Erwähnte Filme

Asch, Timothy 1975: The Ax Fight. Ven.

Schneider, Klaus; Engelbrecht , Beate 1993: Foutura - Eine Lobi-Töpferin erzählt. BF

 

Category:Interviewtheorie

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