Bericht vom Dreh mit Ulrike Böhnisch

Wir sind zurück aus Berlin und haben uns zum ersten Mal in der Praxis erprobt. Der Dreh mit Ulrike Böhnisch war nicht ganz einfach, aber sehr lehrreich. Ich fasse hier ein wenig unsortiert zusammen, was mir aufgefallen ist und worauf spätere Drehteams vielleicht achten sollten.

  • wenn ihr das Licht einrichtet, achtet darauf, dass der Stuhl auf dem der Interviewte sitzen soll nicht knarzt oder sonstwie Geräusche macht. Wir hatten schon alle Lichter gesetzt. als uns im Toncheck auffiel, dass das ein Problem gibt. Und dann durften wir wieder von vorn anfangen.
  • Schaut, dass euer Lichtmodell möglichst genauso groß ist wie der Interviewte, wenn nicht, stellt die Scheinwerfer so ein, dass ihr wirklich nur in der Höhe variieren müsst, dann spart man sich vielleicht eine böse Überraschung.
  • stellt immer nur eine Frage, eine nach der anderen, damit der Interviewte nicht auf mehrere Fragen gleichzeitig antworten muss
  • stellt keine Ja-Nein Fragen ala “Kannst Du uns da erläutern” oder “Willst Du uns von deinem Film erzählen”. Wir hatten Glück, dass unsere Interviewpartnerin mitgedacht hat und wusste, dass wir eignetlich meinten “Erläuter das bitte” und  “Erzähl uns von deinem Film”. Achtet also darauf, dass eure Fragen so gestellt sind, dass sie auch einen Erzählfluß generieren, wenn man nämlich Pech hat, sind die Interviewten nicht so kooperativ wie Ulrike Böhnisch
  • die Menschen, die Kamera und Ton machen, sollten sich möglichst ungesehen machen und keinesfalls Blickkontakt mit dem Interviewten aufnehmen, so arg sie auch von dem erzählten gebannt sein mögen. Ganz schnell schießt der Blick des Interviewten dann aus dem Bild.
  • rechnet mit knappen Zeitbudgets und zu engen Räumen
  • die Interviewer sollten darauf achten, dass sie auf keinen Fall während der Antworten zustimmende “hmm”-Geräusche oder andere Aufmerksamkeitsbekundungen von sich geben, nicht so sehr wegen dem Ton, als vielmehr, weil dann ganz schnell Reaktionen des Interviewten folgen, die eine für unser Format brauchbare Aufnahme schwierig machen. Ich verweise auf die Probleme des nach außengericteten verdeckten Dialogs.
  • Interviewer und Kameramann sollten sich gut miteinander absprechen, bestimmte Zeichen ausmachen, z.B. für den Bandwechsel oder wenn emotionale Fragen kommen, damit man näher ranzoomt, etc.
  • noch ein paar kleine Hinweise bezogen auf die Reise, schaut das ihr Navitechnisch und auch Fahrer technisch gut ausgerüstet seit. Vergesst nicht, dass viele Studenten, dank des Semesterticks das komplette Studium ohne Auto verbringt und auch nur selten fahren. Wenn man also nicht selbst fahren kann, will oder zumindest nicht die ganze Strecke alleine am Steuer sitzen mag, sollte man evtl einen in der Crew haben der einen unterstützen kann.
  • Und sprecht genaustens im Vorraus ab, wie lange der Tripp dauern sollte, so das allen klar ist wenn man 2 oder 4 tage einplant.

 

 

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